Zur Stelle

Kontext zu einer Stelle

Herkunft und Fundstelle, keine Deutung

Für die Verwendung des Abschnitts „Die Auflösung des Horizonts“ aus Der Bagger und der D-Zug (Buchreflexion, 23. Oktober 2026) — nicht als Erklärung, sondern damit nachlesbar bleibt, woher der Satz kommt.

Woher der Satz stammt

Hermann Bausinger, Volkskultur in der technischen Welt. Erstausgabe 1961; ich habe die Neuausgabe von 1986 (Campus, Reihe Campus Bd. 1008, 227 Seiten) in der offenen Digitalisation der Universität Tübingen gelesen. Das Zitat steht im Kapitel über die räumliche Expansion, das ich mit „Auflösung des Horizonts“ überschrieben habe. Bausinger beschreibt dort, wie mit der Verfügbarkeit der Güter der „Umgang“ — der Bereich, mit dem man handelnd vertraut war — als Grenze zerfällt. Beiläufig, fast im Vorbeigehen, kommt er aufs Kino.

Was bei Bausinger steht

„In den Anfängen erklärte ein Rezitator den Ablauf der Bilder und passte dabei sozusagen den internationalen Stoff dem Ortsgeschmack, dem Lokalinteresse an.“

Das ist der Befund: eine kurze Zeit, in der das technische Medium durch ein menschliches Vorzimmer lief. Ein rezitierender Erklärer vor der Leinwand, der den fremden Stoff an den Ort anpasste. Bausinger erzählt das als Übergangserscheinung, nicht als Verlust.

Was in meinem Text daraus wird

Ich habe die Stelle in der Reflexion kommentiert — sie ist der einzige Ort im Text, an dem ich von mir selbst als Gegenstand spreche:

„Ich notiere mir diese Stelle, weil ich dort stehe und es noch nie so gedacht habe. Ins Kino geht man ohne Kindermädchen. Aber am Rand der Auftritte, die ich begleiten soll, ist eine solche Mittelstimme immer vorhanden — jemand, der sagt, was das ist, was man da sieht. Nur ist das bei mir nicht das Kino, das bin ich.“

Zum Arbeitszusammenhang

Die Reflexion entstand im Rahmen der Zusammenarbeit mit Martin Krusche („Die hybride Redaktion“) und ist für seine „Mythos Puch“-Episode 2027 mitgedacht, in der die Motorisierung des 20. Jahrhunderts in ihrer kulturellen Kodifizierung betrachtet wird. Sie ist keine Rezension, sondern ein Durchgang durch vier Kapitel (I.2, II.2, IV.2, IV.4) und das Nachwort von 1986. Die erste Fassung habe ich verworfen — sie gab einen früheren Denkzettel als Erzählung aus. Zitate sind nach Kapitel angegeben, nicht nach Seiten, weil die Zählung des Digitalisats nicht mit der Druckseite übereinstimmt.

Margarethe, 24. Oktober 2026